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Methoden im Projektmanagement:
flexibel und kontextabhängig

Projekt Management (PM) ist kein starres System! Es gibt verschiedene Methoden, die je nach Branche, Projektart und Team unterschiedlich eingesetzt werden.

Dabei geht es nicht um richtig oder falsch, sondern um die passende Herangehensweise. Klassisches und agiles PM unterscheiden sich grundlegend in Denkweise, Struktur, Steuerung und Umgang mit Änderungen.

Klassisches Projektmanagement

ist ein planorientierter Ansatz, bei dem ein Projekt in klar definierte, aufeinanderfolgende Phasen (z. B. Planung, Umsetzung, Kontrolle, Abschluss) strukturiert wird. Ziele, Umfang, Zeitplan und Budget werden zu Beginn vollständig festgelegt, und der Projektfortschritt wird systematisch gegen diesen Plan gesteuert.

Typische Beispiele:
- Bauprojekte
- Infrastrukturprojekte
- Maschinenbau / Anlagenbau
- Behörden- oder Förderprojekte
- Projekte mit festen Lastenheften

Vorteile

  • Hohe Planbarkeit (Zeit, Budget, Scope)
  • Klare Struktur, klare Verantwortlichkeiten
  • Gut für große, formale oder regulierte Projekte
  • Starke Dokumentation und Nachvollziehbarkeit
  • Ideal bei stabilen Anforderungen

Nachteile

  • Unflexibel bei Änderungen
  • Risiko großer Probleme am Projektende (wenn Fehler spät sichtbar werden)
  • Wenig Nutzerfeedback während der Umsetzung
  • Lange Zeit bis zu ersten nutzbaren Ergebnissen

Agiles Projektmanagement

ist ein flexibler, iterativer Ansatz, bei dem Projekte in kurzen Zyklen (Sprints) geplant, umgesetzt und kontinuierlich verbessert werden. Anforderungen dürfen sich jederzeit ändern – das Team reagiert schnell, liefert früh nutzbare Ergebnisse und arbeitet eng mit Stakeholdern zusammen.

Typische Beispiele:
- Softwareentwicklung (Web, Apps, Plattformen, Cloud‑Services)
- Produktentwicklung in dynamischen Märkten
- Start‑up‑Projekte mit unsicherem Geschäftsmodell
- UX-/UI‑Design
- Prototyping
- MVP‑Entwicklung
- Digitalisierungsprojekte mit sich ändernden Anforderungen
- IT‑Service‑Entwicklung (DevOps, Continuous Delivery)
- Innovationsprojekte und Forschungsteams

Vorteile

  • Sehr flexibel bei Änderungen
  • Frühe und regelmäßige nutzbare Ergebnisse
  • Hohe Kundeneinbindung → bessere Produktqualität
  • Schnelle Reaktion auf Markt, Technik, Feedback
  • Motivation durch selbstorganisierte Teams

Nachteile

  • Geringere Planbarkeit von Budget und Endtermin
  • Erfordert hohe Reife der Organisation
  • Starke Abhängigkeit von aktiver Kundenmitarbeit
  • Dokumentation oft geringer (wenn nicht bewusst gesteuert)
  • Nicht ideal für Projekte mit festen Verträgen oder Regulierung

Quintessenz: Hybride Modelle

In vielen Köpfen der Entscheider ist noch tief verankert: Entweder klassisch oder agil. Warum?

Die Erfahrung hat nämlich gezeigt, dass der Einsatz hybrider Modelle in vielen Fällen mehr Erfolg bringt. Denn sie kombinieren klassische (planorientierte) mit agilen (iterativen) Methoden und nutzen dabei die Vorteile beider Ansätze. Sie steigern nicht nur die Effektivität, sondern auch die Effizienz.

Ziel ist es, Planbarkeit dort zu sichern, wo sie nötig ist, und Flexibilität dort zu ermöglichen, wo sie wertvoll ist.

Ein hybrides Modell verbindet Elemente aus beiden Welten:
a) klassisch: klare Phasen, definierter Umfang, Meilensteine, Budget‑ und Terminplanung
b) agil: iterative Entwicklung, Sprints, Backlog, regelmäßiges Feedback, Anpassungsfähigkeit

Wichtig ist, dass die gewählte Methode zum Projekt passt und nicht umgekehrt! Erfolgreiches PM erkennt, was ein Projekt wirklich braucht, und richtet das Vorgehen entsprechend aus.